Schönes Leben?

Kurzinformationen

Schönes Leben?
Einführung in die Lebenskunst
Suhrkamp Verlag, erster Band der neuen Buchreihe "Bibliothek der Lebenskunst"

Frankfurt/M. 2000, 6. Auflage 2004, 182 Seiten, gebunden, 15,80 Euro

ISBN 3-518-41207-8

Taschenbuchausgabe 2005, 7 Euro 50, ISBN 3-518-45664-4

Übersetzungen: Lettisch (2001), Niederländisch (2001, 8. Auflage 2005), Serbisch (2001)

 

 

Lebenskunst? Das Zeichen des modernen Lebens ist die fehlende Lebenskunst, denn dazu hat es der Moderne zu sehr an Muße gefehlt. Statt diesen Zustand tränenreich zu beweinen, geht es hier um die Arbeit an einer neuen Lebenskunst – für die Kultur einer anderen Moderne. Die Philosophie kann dazu einen Beitrag leisten, wenn sie ihren traditionellen Bezug zur Kunst, das Leben zu meistern, wiederentdeckt. Die Exkursion in die Philosophie erfolgt genau in dem Moment, in dem die Existenz in Frage steht. Das Denken entfaltet sich angesichts des Abgrunds an Verzweiflung, der sich auftut. Mögen die Gründe dafür individuelle oder gesellschaftliche sein: Selbst in der besten aller Welten, sollte es sie jemals geben, wird sich das Leben wohl nicht von selbst verstehen. Das Leben leben zu können, bleibt immer den Individuen selbst überlassen. Die Frage "Was soll ich tun?" hat hier keinen moralischen, sondern einen existenziellen Sinn und zielt auf eine Kunst der Existenz. Mit der Frage wird bereits der erste Schritt zur Aneignung des Lebens gemacht, um aus dem abstrakt erscheinenden Leben ein eigenes Leben werden zu lassen.

 

Das Buch bietet eine Exkursion in den Raum der Philosophie, in dem die Frage nach dem Leben gestellt werden kann, um die Antwort zu suchen, die das Lebenkönnen wieder ermöglicht. Dazu dient das Nachdenken über den Umgang mit Gewohnheiten, Lüsten, Schmerzen, Zeit und Tod, über Künste der Ironie, des "Negativdenkens", der Gelassenheit, über eine ökologische Lebenskunst und eine "Lebenskunst im Cyberspace", um auf die entscheidenden Herausforderungen der Zeit zu antworten. Einige Auszüge aus der ausserordentlich erfolgreichen "Philosophie der Lebenskunst" von Wilhelm Schmid werden um neuere Reflexionen über Gesundheit, Heiterkeit und Glück ergänzt. Unter dem Aspekt einer Ästhetik der Existenz erscheint die alte Formel "Sich ein schönes Leben machen" wieder neu, wie dies Lebenskünstlern gerne nachgesagt wird, hier aber eine etwas ungewöhnliche Bedeutung gewinnt.