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Die Geburt der Philosophie im Garten
der Lüste
Michel Foucaults Archäologie des platonischen Eros
Frankfurt/M. 1987, 1990, 1994
Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt/M. 2000, 224 Seiten, 8 Euro
2. Auflage 2008, ISBN 978-3-518-39715-2
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Die Liebe, das Verlangen, die Lüste
- kaum etwas hat die Menschen, quer durch die Zeiten, mehr fasziniert als der Eros. Aber mit der angenehmen
erotischen Erfahrung gehen seit jeher unangenehme Irritationen einher: Wie
lassen sich die überbordenden Lüste mäßigen? Was ist das richtige Maß
im Umgang mit den Lüsten? Denn die am erotischen Spiel Beteiligten laufen Gefahr, zu bloßen Sklaven der Lust zu werden. Oder sie werden um der Lust
willen nur "benutzt", verletzt, entwürdigt.
In der Antike kümmerte sich die Philosophie um solche Fragestellungen,
die der modernen Philosophie keiner Beachtung mehr würdig zu sein scheinen -
ohne dass man sagen könnte, die entsprechenden Erfahrungen seien modernen
Menschen fremd. Wer Erotik und Asketik wieder zum Gegenstand einer bewussten Lebensführung machen will, kann sich inspirieren lassen von der
antiken Philosophie, für die der richtige Umgang mit den Lüsten ganz selbstverständlich ein grundlegender Bestandteil der
Lebenskunst war.
Wilhelm Schmid, einem breiten Publikum bekannt geworden durch sein Buch "Philosophie der Lebenskunst" (1998), skizziert die antike
Landschaft des Denkens der Lüste, in deren Umfeld die Philosophie überhaupt erst
"geboren" worden ist. Er folgt dabei Überlegungen des französischen Philosophen
Michel Foucault (1926-1984), und interpretiert das wichtigste Werk der antiken Philosophie des Eros, Platons "Symposion", neu. Denn
hier wird ein Denken entfaltet, das große Bedeutung für die abendländische Kultur
gewinnen sollte: Entgöttlichung des Eros und seine Anbindung an das Subjekt, das für ihn nun Verantwortung trägt; Umwendung der Macht der
Lust in das Verlangen nach Wahrheit; Orientierung des Lebens an der Idee der Schönheit, die zum Leitstern für die philosophische
Lebenskunst wird.
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